Wie man mit Linux einen bootfähigen Windows 10/11-USB-Stick erstellt

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Es gibt zahlreiche Tools, mit denen man auf einem Windows-Rechner einen bootfähigen Windows 10/11-USB-Stick erstellen kann – Rufus und das Media Creation Tool sind recht einfach zu bedienen. Auch unter macOS gibt es Optionen wie Boot Camp und das Festplattendienstprogramm, ergänzt durch einige Kommandozeilen-Tricks. Aber wie sieht es unter Linux aus? Da wird es etwas komplizierter, insbesondere wenn man aufgeblähte GUI-Anwendungen oder proprietäre Software vermeiden möchte. Wer also versucht, unter Linux, insbesondere unter einer Distribution wie Ubuntu, eine Windows-ISO-Datei zu erstellen, findet einige brauchbare kostenlose Tools, die die Arbeit erleichtern – wie zum Beispiel WoeUSB. Spoiler: Es ist etwas ungewöhnlich, funktioniert aber nach der Einrichtung einwandfrei.

Nur zur Info: Der Vorgang ist nicht sonderlich kompliziert, aber man muss die Anweisungen genau befolgen. Und ja, die Ergebnisse können je nach Linux-Distribution und Hardware variieren. Im Prinzip formatiert man den USB-Stick, bereitet die ISO-Datei vor und schreibt sie dann bootfähig auf den USB-Stick. Anschließend steckt man den USB-Stick in den Zielrechner, passt die BIOS-Einstellungen an, um vom USB-Stick zu booten, und installiert Windows. Es ist nicht so komfortabel wie mit den Tools für Windows oder macOS, aber es funktioniert, und bei manchen Konfigurationen ist es die einzige Möglichkeit, wenn man auf Linux beschränkt ist.

Wie man unter Linux einen bootfähigen Windows 10/11-USB-Stick erstellt

Schritt 1: Laden Sie die Windows-ISO-Datei herunter.

Laden Sie zunächst die Windows 10- oder 11-ISO-Datei von der offiziellen Quelle herunter. Für Windows 10 gehen Sie auf diese Seite. Wählen Sie Ihre Edition, klicken Sie auf „Bestätigen“, wählen Sie dann Ihre Sprache und klicken Sie erneut auf „Bestätigen“. Die Website bietet Ihnen Optionen für 32-Bit- oder 64-Bit-ISO-Dateien. Wählen Sie die benötigte Datei – meistens die 64-Bit-Version – und speichern Sie sie.

Für Windows 11 besuchen Sie diese Microsoft-Seite und folgen Sie einem ähnlichen Verfahren. Aus unbekannten Gründen können die Download-Links auf manchen Rechnern etwas versteckt oder langsam sein. Hier ist Geduld gefragt.

Schritt 2: Schließen Sie Ihr USB-Laufwerk an und bereiten Sie es vor.

Schließen Sie Ihren USB-Stick an (idealerweise mindestens 8 GB, manche empfehlen sicherheitshalber 16 GB).Sichern Sie unbedingt alle wichtigen Daten, da beim Formatieren alles gelöscht wird.Öffnen Sie dann Datenträger (suchen Sie in Ihrem Menü danach), wählen Sie Ihren USB-Stick aus und klicken Sie auf das Hamburger-Menü (meist die drei horizontalen Linien).Wählen Sie anschließend Datenträger formatieren. Aktivieren Sie die Optionen Vorhandene Daten nicht überschreiben (Schnell) und Kompatibel mit allen Systemen und Geräten und klicken Sie dann auf Formatieren. Bestätigen Sie die Formatierung, wenn Sie dazu aufgefordert werden, und warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Ganz einfach, oder?

Wichtig: Auf manchen Systemen kann die Formatierung über die Festplattenverwaltung bei bestimmten USB-Sticks zu Problemen führen. Falls dies fehlschlägt, versuchen Sie es mit GParted oder über die Kommandozeile (z. B.`sudo mkfs.vfat /dev/sdX` – wobei `/dev/sdX` Ihr USB-Gerät ist).

Schritt 3: WoeUSB unter Linux installieren

WoeUSB ist sehr praktisch, um aus einer ISO-Datei einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen. Um es unter Ubuntu zu installieren, führen Sie diese Befehle nacheinander in Ihrem Terminal aus:

sudo add-apt-repository ppa:nilarimogard/webupd8 sudo apt update sudo apt install woeusb

Ja, das Hinzufügen von PPAs kann etwas ungewöhnlich sein, ist aber unter Ubuntu üblich. Bei anderen Distributionen sind möglicherweise andere Schritte nötig, oder Sie können, wenn Sie experimentierfreudig sind, die Software aus dem Quellcode kompilieren. Beachten Sie jedoch, dass dieses PPA in neueren Ubuntu-Versionen möglicherweise veraltet ist. Prüfen Sie daher die aktuellen Anweisungen im offiziellen GitHub-Repository.

Schritt 4: WoeUSB starten und verwenden

Nach der Installation starten Sie WoeUSB über Ihr Menü oder Terminal (`woeusbgui`).Ihr USB-Laufwerk sollte automatisch erkannt werden.Überprüfen Sie jedoch unbedingt, ob Sie das richtige Gerät ausgewählt haben – eine falsche Auswahl kann Ihre Systemfestplatte löschen! Navigieren Sie anschließend zur zuvor heruntergeladenen Windows-ISO-Datei, wählen Sie diese aus und klicken Sie auf die Schaltfläche Installieren. Die Anwendung beginnt nun mit dem Kopieren und Erstellen des bootfähigen USB-Sticks.

Geben Sie Ihr Passwort ein, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Manchmal scheint der Vorgang zu hängen oder ewig zu dauern, insbesondere bei großen ISO-Dateien. Haben Sie also Geduld. Sobald alles abgeschlossen ist, erscheint die Meldung „ Installation erfolgreich “.Ihr bootfähiger USB-Stick ist nun einsatzbereit.

Nächster Schritt? Stecken Sie den USB-Stick in den Ziel-PC, rufen Sie die BIOS/UEFI-Einstellungen auf und stellen Sie sicher, dass das Booten von USB aktiviert ist. Normalerweise müssen Sie beim Start eine Taste drücken (z. B.Strg Deloder Strg+V F2) und dann den USB-Stick als erstes Startgerät festlegen. Anschließend starten Sie den PC neu und folgen den Anweisungen des Windows-Installationsprogramms. Ganz einfach, aber etwas nervenaufreibend, wenn Sie das noch nie gemacht haben.

Ach ja, und falls es Sie interessiert: Es gibt auch eine Anleitung, wie man unter Windows einen bootfähigen Ubuntu-USB-Stick erstellt, falls Sie mehrere Betriebssysteme gleichzeitig nutzen.