Wie man IPv6 versteht und zwischen IPv6 und IPv4 entscheidet

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Wenn Sie also schon einmal Ihre Netzwerkeinstellungen durchstöbert oder sich sogar in Ihren Router eingeloggt haben, sind Ihnen wahrscheinlich die Optionen für IPv4 und IPv6 aufgefallen. Das sind die IP-Adressstandards, die es Ihren Geräten ermöglichen, untereinander und mit dem Internet zu kommunizieren. Die meisten Menschen nutzen das Internet einfach täglich und machen sich darüber keine Gedanken, aber im Hintergrund spielen sie eine wichtige Rolle. IPv4 kann man sich als das ursprüngliche Adresssystem vorstellen – es wird seit Jahrzehnten verwendet –, während IPv6 der neuere Standard ist, der für die rasant wachsende Anzahl internetfähiger Geräte entwickelt wurde.

Jedes Gerät – ob Smartphone, Laptop, Smart-TV oder Smart-Home-Gerät – benötigt eine IP-Adresse, um online zu gehen. IPv4 hat dies lange Zeit ermöglicht, doch bei Milliarden von Geräten gingen uns die Adressen aus. Deshalb wurde IPv6 entwickelt – ein riesiger Adressraum, der zukunftssicher machen soll. Der Clou dabei? Die meisten modernen Systeme unterstützen beide Protokolle, und in der Praxis arbeiten sie über den sogenannten Dual Stack zusammen.

Es mag seltsam klingen, aber normalerweise müssen Sie sich nicht entscheiden, welches Protokoll Sie verwenden. Ihr Gerät wählt automatisch das beste Protokoll basierend auf den besuchten Websites oder genutzten Diensten. Trotzdem fragen sich manche Nutzer, ob sie IPv6 deaktivieren oder bei IPv4 bleiben sollten. Normalerweise nicht. Die Deaktivierung von IPv6 in einem modernen Netzwerk kann sogar mehr Probleme verursachen als lösen, es sei denn, Sie beheben gerade ein spezifisches Problem. Microsofts Empfehlung? Lassen Sie es einfach aktiviert, da viele Windows-Funktionen darauf basieren. Außerdem schreitet die Umstellung des Internets auf IPv6 immer weiter voran, daher ist es besser, alles aktiviert zu haben.

Ganz einfach lässt sich überprüfen, ob IPv6 aktiv ist. Auf einem Windows-PC öffnen Sie die Einstellungen, gehen zu Netzwerk & Internet, klicken auf Ihre aktive Verbindung und sehen sich deren Eigenschaften an. Wird dort eine IPv6-Adresse angezeigt (die so aussieht: 2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334.example.com), ist IPv6 aktiviert. Alternativ können Sie für eine schnellere und weniger technische Überprüfung die Eingabeaufforderung öffnen und den Befehl `ipv6 –help` ausführen ipconfig. Wird eine IPv6-Adresse angezeigt, ist alles in Ordnung. Um ganz sicherzugehen, können Sie ein Online-Tool wie [test-ipv6.com](https://test-ipv6.com/) verwenden, um zu bestätigen, ob Ihre Internetverbindung IPv6 unterstützt.

Was viele verwirrt: Ist IPv6 schneller als IPv4? Ehrlich gesagt, nicht wirklich. In manchen Fällen leitet IPv6 den Datenverkehr direkter und sorgt so für einen minimalen Geschwindigkeitszuwachs, aber im Alltag sind die Unterschiede kaum spürbar. Es geht vielmehr um Kompatibilität und Zukunftssicherheit. Die meisten Anbieter, Websites und Apps unterstützen beide Protokolle, und Ihr Gerät wechselt nahtlos – ganz ohne Ihr Zutun. Moderne Betriebssysteme erledigen das automatisch, also keine Sorge.

So prüfen Sie, ob IPv6 aktiviert ist

Überprüfung unter Windows

  • Einstellungen öffnen
  • Navigieren Sie zu Netzwerk & Internet
  • Klicken Sie unter „Erweiterte Netzwerkeinstellungen“ auf „Adapteroptionen ändern “.
  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihre aktive Verbindung (WLAN oder Ethernet) und wählen Sie „Eigenschaften“.
  • Scrollen Sie in der Liste nach unten und suchen Sie nach Internet Protocol Version 6 (TCP/IPv6).
  • Wenn das Kontrollkästchen aktiviert ist, ist IPv6 aktiviert. Andernfalls können Sie es durch Ankreuzen des Kästchens aktivieren.

Alternativ können Sie einfach die Eingabeaufforderung öffnen und eingeben ipconfig. Wenn Sie eine Adresse sehen, die mit 2001:oder beginnt fe80:, wissen Sie Bescheid – IPv6 ist aktiv.

IPv6 vs. IPv4: Die grundlegenden Unterschiede

Kurz gesagt : Für die meisten Nutzer ist es ratsam, beide Protokollversionen aktiviert zu lassen. Moderne Geräte und Betriebssysteme wie Windows 11 oder macOS unterstützen Dual Stack problemlos. Dadurch wählt Ihr System automatisch das optimale Protokoll aus und gewährleistet so eine gute Kompatibilität mit älteren und neueren Websites.

Sollten Sie IPv6 aktivieren oder deaktivieren?

Wenn Ihr Internetanbieter und Ihr Router IPv6 unterstützen, lassen Sie es einfach aktiviert. So sind Sie für die Zukunft gerüstet und vermeiden unnötige Probleme. IPv6 zu deaktivieren ist größtenteils überholt – einige Ratgeber empfehlen zwar, es bei Netzwerkproblemen abzuschalten. Bei den meisten modernen Systemen ist das aber nicht mehr zeitgemäß. Sofern Sie nicht ausdrücklich dazu aufgefordert werden, es zu deaktivieren, lassen Sie es aktiviert.

Können IPv4 und IPv6 problemlos zusammenarbeiten?

Absolut. Sie sind so konzipiert, dass sie problemlos nebeneinander existieren. Das bedeutet, Ihr Gerät kann sich mit IPv6-fähigen Websites verbinden und gleichzeitig IPv4 für andere nutzen – kein Problem. Dieser Dualbetrieb, auch Dual Stack genannt, ist mittlerweile Standard und sorgt für einen reibungslosen Ablauf ohne manuelle Eingriffe.

Beschleunigt IPv6 Ihre Internetverbindung?

Nicht wirklich. Manchmal bietet es zwar eine geringfügige Abkürzung beim Routing, aber im Allgemeinen hängt Ihre Verbindungsgeschwindigkeit von Ihrem Tarif, dem Router und dem Standort des Servers ab. Vergessen Sie die Vorstellung einer magischen Geschwindigkeitssteigerung; es geht vielmehr darum, die Kompatibilität mit zukünftigen Technologien zu gewährleisten.