So starten Sie Windows 8 von einem USB-Laufwerk
Mittlerweile dürfte den meisten Nutzern die Funktion „Windows To Go“ in Windows 8 bekannt sein. Falls nicht: Damit lässt sich ein vollständiges Windows-8-System direkt von einem USB-Stick ausführen – äußerst praktisch, wenn man ein portables Betriebssystem benötigt, das auf verschiedenen Rechnern booten kann. Der Haken dabei: Bei Windows 8 Developer Preview oder bestimmten Editionen ist diese Funktion möglicherweise nicht nativ verfügbar. Daher stellt sich die Frage: Wie installiert man Windows 8 auf einem USB-Stick, ohne die offiziellen Windows-To-Go-Tools zu verwenden? Es gibt zwar einen kleinen Umweg, aber er funktioniert, wenn man die Schritte sorgfältig befolgt. Ziel ist ein bootfähiges Windows 8 von USB, das sich fast genauso verhält wie Windows To Go – ohne die Enterprise Edition zu kaufen oder die offizielle Funktion zu nutzen. Man sollte jedoch bedenken, dass die Methode nicht perfekt ist und manchmal etwas Nacharbeit erfordert, insbesondere bei BIOS-Einstellungen oder Treiberproblemen. Geduld ist daher gefragt.
So installieren Sie Windows 8 auf einem USB-Stick (Manuelle Methode)
Methode 1: Bereiten Sie Ihre Umgebung vor und sammeln Sie Ressourcen
- Stellen Sie sicher, dass Sie einen vollständig aktualisierten Windows 8-Rechner verwenden – also genau den, von dem Sie klonen möchten. Falls Sie nur Windows Vista oder Windows 7 besitzen, müssen Sie Windows 8 zunächst in einer virtuellen Maschine wie VirtualBox oder VMware installieren. Das ist zwar etwas ungewöhnlich, aber ohne native Unterstützung die einzige Möglichkeit.
- Besorgen Sie sich einen USB-Stick mit mindestens 16 GB freiem Speicherplatz. Sie werden alle Daten darauf verlieren, sichern Sie diese daher vorher.
- Halten Sie Ihre Windows 8 ISO-Datei oder DVD bereit. Falls Sie die ISO-Datei haben, müssen Sie diese einbinden oder auf eine DVD brennen, um direkt auf die Dateien zugreifen zu können.
- Laden Sie das Windows Automated Installation Kit (WAIK) herunter und installieren Sie es. Das ist zwar etwas umständlich, aber notwendig, um die Datei install.wim zu extrahieren, die die eigentlichen Betriebssystemdateien enthält.
Methode 2: USB-Laufwerk vorbereiten
- Stecken Sie den USB-Stick ein und sichern Sie anschließend alle vorhandenen Daten darauf. Durch das Formatieren werden alle Daten gelöscht.
- Öffnen Sie die Datenträgerverwaltung (über Systemsteuerung > Verwaltung > Computerverwaltung > Datenträgerverwaltung ) oder direkt über ` Datenträgerverwaltung`.
- Wählen Sie das richtige Laufwerk (prüfen Sie es unbedingt, damit Ihr Betriebssystem nicht gelöscht wird).Ihr USB-Stick ist in der Regel kleiner, daher erkennen Sie ihn an seiner Größe.
- Verwenden Sie Diskpart für einen saubereren Prozess: Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator und geben Sie `
diskpart` ein, dann `list disk` um die Laufwerke aufzulisten. - Geben Sie `
select disk #` (ersetzen Sie # durch Ihre USB-Nummer) und anschließend `clean` ein, um es zu löschen. - Erstellen Sie eine primäre Partition: `
create partition primary` - Als aktiv markieren: `
select partition 1` dann `active - Formatieren Sie es schnell als NTFS: `
format fs=ntfs quick`, und weisen Sie ihm dann einen Laufwerksbuchstaben zu: `assign`. - Geben Sie `
exit` ein, um Diskpart zu schließen, lassen Sie das USB-Kabel aber vorerst angeschlossen.
Methode 3: Windows-Dateien auf den USB-Stick anwenden
- Binden Sie Ihre Windows 8 ISO-Datei ein, indem Sie mit der rechten Maustaste auf die ISO-Datei klicken und „Einbinden“ auswählen. Notieren Sie sich den zugewiesenen Laufwerksbuchstaben (z. B.I:).
- Wenn Sie ein 64-Bit-System verwenden, kopieren Sie imagex.exe aus dem Verzeichnis ` C:\Program Files\Windows AIK\Tools\amd64` auf Ihren Desktop; bei einem 32-Bit-System aus dem Verzeichnis ` x86`. Dieses Dienstprogramm extrahiert später das Betriebssystemabbild.
- Verwenden Sie einen Befehl wie:
C:\Users\\Desktop\imagex.exe /apply I:\sources\install.wim 1 H:\ Ersetzen Sie `
Ersetzen Sie `, `I:\` und `H:\` durch Ihren tatsächlichen Benutzerordner, das ISO-Laufwerk bzw.den Laufwerksbuchstaben Ihres USB-Sticks. In diesem Schritt wird die Windows-Installation auf den USB-Stick kopiert. Bitte haben Sie etwas Geduld, dies kann einige Minuten dauern. - Sobald dies erledigt ist, kopieren Sie die Bootdateien mit folgendem Befehl auf den USB-Stick:
bcdboot.exe H:\Windows /s H: /f ALL(Ersetzen Sie „H:“ erneut durch den tatsächlichen Laufwerksbuchstaben Ihres USB-Sticks.) Dadurch wird der USB-Stick bootfähig und ist bereit für den Systemstart.
Methode 4: Letzte Handgriffe und Tests
- Schließen Sie die Eingabeaufforderung, entfernen Sie den USB-Stick und testen Sie ihn an einem anderen PC. Stellen Sie sicher, dass im BIOS die Option „Von USB starten“ aktiviert ist.
- Beim ersten Start kann Windows etwas länger dauern, da Treiber und Konfigurationen eingerichtet werden. Sie müssen Ihren Produktkey eingeben, Lizenzen akzeptieren und einige Einstellungen anpassen. Insgesamt sollte der Startvorgang aber nahezu wie bei einer normalen Windows-8-Installation verlaufen.
Ehrlich gesagt ist dieser Prozess etwas umständlich und funktioniert nicht immer einwandfrei, insbesondere auf bestimmter Hardware. Er ist aber durchaus befriedigend, wenn man gerne selbst Lösungen entwickelt, und erspart einem den Kauf der Enterprise Edition nur für Windows To Go. Beachten Sie jedoch, dass die Ergebnisse je nach System variieren können und Lizenzbestimmungen zu beachten sind – es empfiehlt sich daher, die Nutzungsbedingungen von Microsoft zu prüfen, wenn Sie Windows To Go langfristig nutzen möchten.
Zusammenfassung
- Sichern Sie zuerst Ihren USB-Stick.
- Verwenden Sie Diskpart, um das Laufwerk zu bereinigen und zu partitionieren.
- Windows 8-Dateien manuell mit imagex anwenden.
- Mit bcdboot kann das Laufwerk bootfähig gemacht werden.
- Testen Sie es auf einem anderen Rechner und stellen Sie sicher, dass die BIOS-Einstellungen das Booten über USB zulassen.
Zusammenfassung
Windows 8 von einem USB-Stick zu starten, ist auf diese Weise nicht ganz einfach und erfordert etwas Geschick. Wer sich aber mit der Kommandozeile und der Datenträgerverwaltung auskennt, findet hier eine brauchbare Lösung. Man sollte jedoch bedenken, dass nicht jede Hardware problemlos funktioniert und Windows manchmal Probleme beim Starten von einem externen Laufwerk hat. Diese Methode hat jedoch bei einigen Systemen funktioniert und hilft vielleicht dem ein oder anderen weiter. Hoffentlich erspart sie jemandem stundenlanges Suchen im Internet.