So nutzen Sie den Windows Defender Offline-Scan effektiv unter Windows 10
Windows Defender, der in Windows 10 integrierte Virenschutz, bietet ausreichend grundlegenden Schutz, insbesondere wenn man sich ausschließlich auf die Windows-Sicherheit verlässt. Natürlich bietet er nicht die erweiterten Funktionen von Kaspersky, Bitdefender oder ESET, aber für den durchschnittlichen Nutzer reicht er völlig aus. Das Problem ist jedoch, dass nicht alle Schadsoftware im laufenden Betrieb von Windows entfernt werden kann – manche hartnäckigen Schädlinge laden sich frühzeitig ein und entziehen sich den normalen Scans. Deshalb bieten viele Antivirenhersteller, darunter auch Microsoft, Offline-Scanoptionen an, denn manchmal ist ein schneller Neustart im speziellen Modus die einzige Möglichkeit, Schadsoftware effektiv zu entfernen.
Jahrelang benötigte Windows das Windows Defender Offline-Tool, um manuell einen bootfähigen USB-Stick oder eine CD zu erstellen. Das war nicht ideal, wenn man sich mit BIOS-Einstellungen nicht auskannte oder einfach eine schnelle Lösung suchte. Glücklicherweise ist diese Offline-Scanfunktion ab Windows 10 Build 14271 (und späteren Versionen) direkt in Windows Defender integriert. Separate Tools müssen nicht mehr heruntergeladen werden – alles ist integriert und größtenteils automatisch.
Windows Defender Offline-Scanfunktion in Windows 10
Statt mit externen Tools zu hantieren, können Sie den Offline-Scan direkt in Windows ausführen. Sobald Windows Defender etwas besonders Kompliziertes entdeckt, werden Sie aufgefordert, den Computer neu zu starten und einen Scan außerhalb der Windows-Umgebung durchzuführen. Der Prozess ist optimiert, und Windows übernimmt den Großteil der Arbeit. Beachten Sie jedoch, dass Ihre Windows-Version aktuell sein muss – bei älteren Versionen ist diese Option möglicherweise nicht verfügbar. Besonders raffinierte Malware kann sich unter Umständen auch vor Offline-Scans verbergen, aber für gängige Bedrohungen ist dies eine zuverlässige Methode.
So führen Sie die Offline-Scanfunktion von Windows Defender in Windows 10 aus und verwenden sie
Stellen Sie sicher, dass Ihr System bereit ist, bevor Sie beginnen. Offline-Scans können manchmal Probleme verursachen, wenn die Definitionen nicht aktuell sind. Daher ist es ratsam, diese zuerst zu aktualisieren – insbesondere, wenn Sie langsames oder ungewöhnliches Verhalten beheben.
Schritt 1: Öffnen Sie die Einstellungen -App, indem Sie auf das Zahnradsymbol im Startmenü klicken oder einfach die entsprechende Taste drücken Windows + I.
Schritt 2: Klicken Sie in den Einstellungen auf „Update und Sicherheit“. Von hier aus gelangen Sie zu den Sicherheitsoptionen.
Schritt 3: Klicken Sie in der linken Seitenleiste auf Windows-Sicherheit (in manchen Versionen heißt es möglicherweise nur „Windows Defender“).
Schritt 4: Öffnen Sie in Windows Security den Bereich „Viren- und Bedrohungsschutz“. Scrollen Sie nach unten, bis Sie den Abschnitt „Aktuelle Bedrohungen“ sehen, und suchen Sie nach dem Link „Scanoptionen“. Mit etwas Glück wird eine Warnung vor einer schwerwiegenden Bedrohung angezeigt, die häufig automatisch einen Offline-Scan auslöst. Um den Scan manuell zu starten, klicken Sie auf „Neuen erweiterten Scan ausführen“.
Alternativ können Sie, falls die Schaltfläche „Windows Defender Offline“ direkt angezeigt wird, darauf klicken. Andernfalls klicken Sie auf „Scanoptionen“, wählen „Microsoft Defender Offline-Scan“ und klicken anschließend auf „ Jetzt scannen“.
Bei manchen Rechnern kann dies über einen Schalter oder eine spezielle Einstellung erfolgen, höchstwahrscheinlich finden Sie die Option jedoch im Menü „Viren- und Bedrohungsschutz“, insbesondere wenn Windows Schadsoftware erkennt, die offline entfernt werden muss.
Was tatsächlich passiert:
- Nach dem Klicken auf den Offline-Scan erscheint auf Ihrem PC die Meldung „Ihr PC wird in einer Minute neu gestartet“ – seltsam beruhigend, irgendwie merkwürdig, wie Windows das stillschweigend handhabt.
- Es wird in einer speziellen Windows Defender-Umgebung neu gestartet, die ressourcenschonender ist und versteckte Schadsoftware effektiver erkennt.
- Während des Vorgangs erscheint ein Ladebildschirm, anschließend wird nach Schadsoftware gesucht, die im normalen Windows-Betrieb weder sichtbar noch entfernbar ist.
- Das kann bis zu etwa 20 Minuten dauern; also schnapp dir einen Snack oder ein Getränk.
- Sobald der Scan abgeschlossen ist, startet Windows neu und ist hoffentlich frei von Schadsoftware. Sie erhalten gegebenenfalls einen Bericht über die gefundenen und entfernten Bedrohungen.
Wichtig: Prüfen Sie vor Beginn dieser Schritte manuell, ob Ihre Malware-Definitionen aktuell sind. Falls Ihre Definitionen veraltet sind, aktualisieren Sie diese zuerst unter „ Update und Sicherheit“ > „Windows-Sicherheit“ > „Updates für Viren- und Bedrohungsschutz“ und klicken Sie anschließend auf „ Nach Updates suchen“. Manchmal schlägt die Aktualisierung der Definitionen über WLAN fehl, aber das Anschließen eines Ethernet-Kabels behebt das Problem oft – seltsam, dass Windows es unnötig kompliziert macht.
Bedenken Sie, dass Offline-Scans bei hartnäckigen Infektionen möglicherweise einige tiefsitzende Bedrohungen übersehen. Es ist kein Allheilmittel, aber definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.