So erstellen Sie einen bootfähigen Windows 10-USB-Stick mithilfe der Eingabeaufforderung
Wer schon mal versucht hat, einen bootfähigen Windows-USB-Stick nur über die Kommandozeile zu erstellen, weiß, dass das nicht ganz einfach ist – vor allem, wenn man sich nicht alle Befehle merken kann. Aber ehrlich gesagt, lohnt sich diese Methode bei manchen Systemen durchaus, da sie keine Drittanbieter-Tools wie Rufus oder balenaEtcher benötigt, die manchmal überladen oder unzuverlässig wirken können. Es ist zwar ein manueller Prozess, aber er gibt einem das Gefühl, etwas Besonderes geschafft zu haben – und erspart einem die eine oder andere Installation, wenn man sich mit der Kommandozeile und diskpart auskennt.
Wenn Sie dieser Anleitung folgen, erhalten Sie einen bootfähigen USB-Stick, mit dem Sie Windows 10, 8 oder sogar 7 installieren können. Sie benötigen eine Windows-ISO-Datei oder -DVD, einen USB-Stick (vorzugsweise 8 GB oder größer, abhängig von der Größe der ISO-Datei) und etwas Geduld für die Eingabe in der Kommandozeile. Ihr PC muss das Booten von USB unterstützen, was heutzutage in der Regel kein Problem darstellt. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, gibt es dennoch Umgehungsmöglichkeiten. Diese Methode ist in der Regel zuverlässiger als die alleinige Verwendung von Drittanbieterprogrammen, insbesondere wenn Ihr System etwas wählerisch ist. Ein kleiner Hinweis: Bei manchen Systemen müssen Sie möglicherweise neu starten oder einen Trick anwenden, damit das BIOS Ihren USB-Stick als Boot-Gerät erkennt.
Vorbereiten eines bootfähigen Windows 10/8/7-USB-Sticks
Anforderungen:
- USB-Stick (mindestens 4 GB, 8 GB sind besser)
- Windows-ISO-Datei oder DVD, die Sie bootfähig machen möchten
Okay, hier die Kurzanleitung, wie man mit der Eingabeaufforderung und dem Befehl `diskpart` einen bootfähigen USB-Stick erstellt – ganz ohne komplizierte GUI-Tools. Die Methode ist zwar etwas altmodisch, aber zuverlässig, besonders wenn man sich mit der Kommandozeile auskennt. Wichtig ist nur, dass der USB-Stick vorher komplett gelöscht wird. Sichern Sie also unbedingt alle wichtigen Daten.
Wie man mit der Eingabeaufforderung einen bootfähigen Windows-USB-Stick erstellt
Schritt 1: USB-Stick löschen – für neue Daten und Partitionierung vorbereiten. Stecken Sie zuerst Ihren USB-Stick ein und kopieren Sie dann alle Dateien, die Sie woanders speichern möchten; alles darauf wird gelöscht.
Schritt 2: Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator – geben Sie dazu einfach cmdim Startmenü „Eingabeaufforderung“ ein und drücken Sie die Eingabetaste Ctrl + Shift + Enter. Alternativ finden Sie die Eingabeaufforderung unter „Start“ > „Alle Programme“ > „Zubehör“. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie „ Als Administrator ausführen“. Zugegeben, es ist etwas umständlich, aber notwendig, damit die Festplattenbefehle funktionieren.
Schritt 3: Verwenden Sie diskpart, um Ihr USB-Laufwerk zu identifizieren. Geben Sie im Befehlsfenster „diskpart“ ein diskpartund drücken Sie die Eingabetaste. Dadurch wird ein kleines Datenträgerverwaltungstool gestartet. Geben Sie anschließend „diskpart“ ein list diskund drücken Sie erneut die Eingabetaste. Nun werden alle Ihre Laufwerke angezeigt – suchen Sie nach Ihrem USB-Laufwerk, das in der Regel kleiner ist. Notieren Sie sich die Datenträgernummer (z. B.Datenträger 1 oder Datenträger 2).
Profi-Tipp: Achten Sie unbedingt darauf, die richtige Festplatte auszuwählen – die falsche kann Ihre Hauptfestplatte löschen. Bei manchen Systemen ist die Festplattennummer schwer zu erkennen.Überprüfen Sie daher einfach, ob die Größe mit der Ihres USB-Sticks übereinstimmt.
Schritt 4: Löschen und partitionieren Sie Ihr USB-Laufwerk. Geben Sie diese Befehle nacheinander ein und ersetzen Sie dabei Disk 1durch Ihre tatsächliche Datenträgernummer:
select disk 1clean(Dadurch werden alle Daten auf dem Laufwerk gelöscht.)create partition primaryselect partition 1active(Macht die Partition aktiv, damit sie bootfähig ist)format fs=ntfs quick(oder fs=fat32, falls Ihr BIOS UEFI-Boot unterstützt)assignexit(schließt diskpart)
Vergessen Sie nicht, dass der Formatierungsbefehl einige Sekunden dauern kann, und wenn Ihr System UEFI unterstützt, wählen Sie FAT32 anstelle von NTFS, da die BIOS/UEFI-Kompatibilität mitunter problematisch sein kann.
Schritt 5: Binden Sie Ihr Windows-Installationsmedium ein. Wenn Sie eine ISO-Datei haben, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie „Bereitstellen“. Notieren Sie sich den zugewiesenen Laufwerksbuchstaben, z. B.D:. Wenn Sie eine DVD verwenden, legen Sie diese ein und überprüfen Sie den Laufwerksbuchstaben (z. B.wieder D :).
Schritt 6: Bootdateien auf den USB-Stick übertragen. Geben Sie in der Eingabeaufforderung Folgendes ein:
D: > cd boot
Dadurch wird der Ordner „boot“ innerhalb der DVD oder ISO-Datei verschoben. Führen Sie anschließend folgenden Befehl aus:
bootsect.exe /nt60 H:
Ersetzen Sie H: durch den Laufwerksbuchstaben Ihres USB-Sticks. Sie sollten eine Meldung wie „Bootcode erfolgreich installiert“ sehen. Das ist ein gutes Zeichen – Ihr USB-Stick ist nun bootfähig.
Schritt 7: Kopieren Sie Ihre Windows-Dateien.Öffnen Sie die eingebundene ISO-Datei oder DVD manuell im Datei-Explorer und kopieren Sie anschließend alle darin enthaltenen Dateien (alle Windows-Dateien) auf Ihren USB-Stick. Nehmen Sie sich diese Schritte nicht vor – dieser Schritt macht Ihren USB-Stick erst zu einem vollwertigen Installationsmedium.
Sobald der Kopiervorgang abgeschlossen ist, geht es nur noch um die Bootreihenfolge. Starten Sie den Computer neu, rufen Sie die BIOS/UEFI-Einstellungen auf und stellen Sie sicher, dass der USB-Stick vor der Festplatte als Bootlaufwerk festgelegt ist. Falls der PC anschließend nicht vom USB-Stick bootet, prüfen Sie, ob Sie Secure Boot deaktivieren oder den Legacy-Bootmodus aktivieren müssen – denn Windows macht es einem natürlich unnötig schwer.
Und falls Ihnen das alles zu kompliziert klingt oder Sie einfach einen schnelleren Weg suchen: Rufus ist definitiv einfacher zu verwenden. Folgen Sie einfach den offiziellen Anweisungen auf der Website, und Sie haben in wenigen Minuten einen bootfähigen USB-Stick. Wenn Sie aber genauer verstehen möchten, was im Hintergrund passiert, bietet diese manuelle Methode einige hilfreiche Einblicke.
In manchen Fällen funktioniert der erste Versuch möglicherweise nicht – insbesondere, wenn die BIOS-Einstellungen nicht optimal sind oder Secure Boot aktiviert ist. Seien Sie also darauf vorbereitet, etwas weiter zu experimentieren. So oder so ist es eine gute Möglichkeit, dazuzulernen und Ihren Windows-Installations-USB-Stick ohne zusätzliche Software vorzubereiten.
Hoffentlich spart das jemandem ein paar Stunden oder erspart zumindest die Frustration über fehlgeschlagene USB-Erstellungsversuche. Viel Erfolg – aber sichert unbedingt alle wichtigen Daten, bevor ihr mit diskpart herumexperimentiert!
Zusammenfassung
- Sichern Sie Ihre Daten auf dem USB-Laufwerk, bevor Sie fortfahren.
- Verwenden Sie diskpart, um das Laufwerk zu bereinigen und zu partitionieren.
- Je nach UEFI-Kompatibilität als NTFS oder FAT32 formatieren.
- Führen Sie bootsect aus, um es bootfähig zu machen.
- Windows-Dateien von ISO-Datei oder DVD kopieren
- Ändern Sie die Bootreihenfolge im BIOS, sodass zuerst von USB und dann von der Festplatte gebootet wird.
Zusammenfassung
Einen bootfähigen Windows-USB-Stick über die Kommandozeile zu erstellen, ist zwar etwas altmodisch, funktioniert aber recht zuverlässig, wenn man die Schritte genau befolgt. Man muss nur darauf achten, das richtige Laufwerk und die richtigen BIOS-Einstellungen auszuwählen. Rufus ist zwar immer noch schneller und einfacher als die manuelle Vorgehensweise, aber die Kommandozeile zu beherrschen, hat schon seinen Reiz. Wenn ich damit auch nur ein Update voranbringen kann, habe ich mein Ziel erreicht. Hoffentlich hilft es jemandem, Zeit und Ärger zu sparen.